Viele Beziehungen sind in der Anfangsphase von der rosaroten Brille geprägt. Der neue Partner ist aufregend, witzig und attraktiv – die Schmetterlinge in Ihrem Bauch völlig durch und Amor hat ganze Arbeit geleistet. Ihre Beziehung ist voll von Liebe und starker körperlicher Anziehung. Doch früher oder später treten kleine und auch grosse Beziehungsprobleme in der Partnerschaft auf. Das ist zunächst nichts Schlimmes, denn Konflikte gehören zu jeder Beziehung dazu. Sie sind zwei Individuen mit verschiedenen Charakteren und Meinungen. Doch wenn die Probleme wachsen und sich keine Lösungen zu finden scheinen, geht es darum, die Beziehung zu retten und darum zu kämpfen, wieder auf den richtigen Pfad der Liebe zu gelangen.

Gründe für Beziehungsprobleme

Natürlich gibt es Beziehungsprobleme, für die es keine Rechtfertigung gibt – Untreue gehört beispielsweise dazu. Geht Ihr Partner Ihnen fremd, zeigt er später möglicherweise Reue. Die Entscheidung, ob Sie diesen Fehltritt verzeihen, liegt natürlich bei Ihnen, doch Fremdgehen ist für viele Paare häufig ein Trennungsgrund. Und dann gibt es da Situationen in der Partnerschaft, die mit der Zeit wachsen und zu immer grösseren Problemen zu werden scheinen. Beziehungsprobleme können verschiedene Ursachen haben.

Enttäuschung durch zu hohe Erwartungen

Viele Paare erwarten, dass es nach der ersten Phase der Verliebtheit genauso weitergeht und verdrängen den Gedanken, dass bestimmte Situationen den Frieden auch einmal trügen können. Insbesondere wenn der eine Partner schnellere Schritte in die Zukunft gehen möchte, kann es zu Konflikten kommen. Möchten Sie vielleicht möglichst bald mit Ihrem Partner zusammenziehen, Ihr Partner ist jedoch noch nicht dazu bereit? Erwarten Sie den Ring am Finger schon nach wenigen Monaten, aber Ihr Partner braucht Zeit? Dann sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Sie sollten beide zu bedeutenden Schritten in Ihrer Beziehung bereit sein, andernfalls entstehen durch Enttäuschungen Konflikte. Möglicherweise sind Sie auch enttäuscht, wenn das grosse Kribbeln weniger wird und Sie die kleinen Macken entdecken: Die Klobrille bleibt oben, die Teller bleiben in der Spüle stehen und die getragenen Socken liegen neben dem Wäschekorb. Der Sprung als Paar in den Alltag kann Streit über Kleinigkeiten mit sich bringen.

Alltagsprobleme als Stimmungskiller

Die Probleme, die Sie nun in Ihrem Alltag erleben, verfestigen sich und Sie schlittern ungebremst in eine Beziehungskrise. Sie erleben Ihre erste Belastungsprobe. Kleine Probleme im Alltag führen noch häufiger zu Streitigkeiten. Zu diesen können folgende Probleme gehören:

  1. Stress auf der Arbeit, Überstunden und das Gefühl von Kollegen und Vorgesetzten nicht geschätzt zu werden.
  2. Zu wenig Zeit für Zweisamkeit.
  3. Wenig Abwechslung in Unternehmungen möglicherweise bleiben diese auch irgendwann aus und Sie schauen nur noch gemeinsam Fernsehen und gehen dann ins Bett.
  4. Finanzielle Probleme können Beziehungen auf die Probe stellen.
  5. Unzufriedenheit im Sexleben.
  6. In Fernbeziehungen kann Ihnen die Distanz zu schaffen machen.

Veränderung der Lebensumstände

Manchmal ändern sich auch die Lebensumstände ganz ungeplant. Sie müssen beispielsweise umziehen oder sich um Ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern. Gewohnte Abläufe ändern sich und sorgen für Reibereien.

Wie kann ich meine Beziehung retten?

Das Geheimnis darin, eine Beziehung aufrechtzuerhalten liegt nicht darin, nie wieder miteinander zu streiten. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Paare, die streiten, eine gesündere Beziehung führen, als Paare bei denen scheinbar alles ohne Konflikte stattfindet. Die Kunst darin, eine glückliche Beziehung zu führen, besteht nicht in der Vermeidung von Streitigkeiten, sondern in der Kommunikation, in gegenseitigem Zuhören und Verständnis füreinander. Zunächst müssen Sie rausfinden, welche Probleme Sie in Ihrer Beziehung wirklich haben, denn eine Krise tritt meistens schleichend ein. Versuchen Sie deshalb die Anzeichen einer drohenden Beziehungskrise zu erkennen, um gemeinsam dagegen zu steuern.

  • Fehlende Kommunikation
  • Desinteresse an körperlicher Nähe und Liebesbekundungen
  • Dauerstreit, insbesondere über Kleinigkeiten
  • Wenig Lust auf Sex miteinander
  • Machtkämpfe, beispielsweise darum, wer recht hat
  • Fehlender Respekt

Tipps, um die Beziehung zu retten

Sie haben einige Anzeichen dafür, dass es in Ihrer Beziehung kriselt ausmachen können. Jetzt liegt es an Ihnen beiden, daran zu arbeiten. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich lieben und zusammen bleiben wollen. Schuldzuweisungen helfen niemandem. Verzichten Sie also darauf für bestimmte Situationen einen Schuldigen finden zu wollen. Was können Sie nun tun, wenn Sie erkannt haben, dass es in ihrer Beziehung kriselt?

1. Kommunikation ist das A und O

Wenn Sie festgestellt haben, dass Sie viel zu wenig miteinander kommunizieren, setzen Sie genau da an. Verabreden Sie sich miteinander, auch wenn Sie bereits in einem Haushalt wohnen. Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre und erzählen sich gegenseitig, was Sie bedrückt, was Sie stört und in welchen Bereichen Sie gern eine Veränderung sehen möchten. Hören Sie sich gegenseitig zu, fragen Sie nach den Ansichten und der Meinung Ihres Partners. Sprechen Sie besonders auch über Situationen, in denen es scheinbar Missverständnisse gegeben hat. Vielleicht sind diese genau jetzt zu klären. Aus der Welt schaffen, sollten Sie sie auf jeden Fall. An fehlender Kommunikation können Sie erkennen, dass in Ihrer Beziehung nicht alles rund läuft. Reden Sie mit Ihrem Partner darüber!

2. Gemeinsame Rituale und Dates, wie zur Zeit des Kennenlernens

Erinnern Sie sich noch an die ersten Treffen? Sie standen stundenlang vor dem Kleiderschrank und konnten sich nicht entscheiden, was Sie anziehen sollen, sind mit viel Bedacht an die Vorbereitung des Dates gegangen. Dann haben Sie einen romantischen Abend zu zweit verbracht. Und heute können Sie sich gar nicht mehr daran erinnern, wann Sie das letzte Mal gemeinsam essen waren. Planen Sie gemeinsame Rituale. So geben Sie sich und Ihrem Partner Sicherheit. Legen Sie einen Abend pro Woche fest, an dem Sie sich ganz bewusst auf Ihre Zweisamkeit konzentrieren. Gehen Sie essen, kochen Sie gemeinsam, gehen ins Kino oder Theater oder geniessen Sie ein Glas Wein bei schöner Musik.

3. Geben Sie sich Freiräume

Natürlich ist die Zeit zu zweit sehr wichtig. Ebenso wichtig ist es für Sie beide jedoch auch, etwas alleine zu machen und nicht immer aufeinander zu hocken. Waren Sie schon länger nicht mehr im Fitnessstudio? Dann gehen Sie doch mal wieder. Sport baut Stress ab und Sie können sich nicht gegenseitig erdrücken. Gönnen Sie sich also kleine Auszeiten voneinander.

4. Seien Sie kompromissbereit

Sie können in Ihrer Beziehung nicht immer einer Meinung sein. Sie sind zwei individuelle Personen mit eigenen Meinungen, Bedürfnissen und Vorstellungen und müssen sich nicht für eine Meinung entscheiden, sondern können auch einen Kompromiss finden.

5. Nehmen Sie Hilfe an

Manchmal scheint die Beziehungskrise einfach unlösbar, Sie möchten aber auch nicht einander aufgeben. Das ist gut! Kämpfen Sie weiter! Wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht weiterkommen, dann suchen Sie sich Hilfe. Möglicherweise reichen schon Gespräche mit engen Freunden. Ansonsten schämen Sie sich nicht und suchen Sie sich Unterstützung von einem Paartherapeuten.